{"id":1860,"date":"2017-10-05T12:33:50","date_gmt":"2017-10-05T10:33:50","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.veggie-freivon.de\/?p=1860"},"modified":"2017-10-05T12:33:50","modified_gmt":"2017-10-05T10:33:50","slug":"ein-blick-hinter-die-kulissen-der-lederindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.veggie-freivon.de\/index.php\/2017\/10\/05\/ein-blick-hinter-die-kulissen-der-lederindustrie\/","title":{"rendered":"Ein Blick hinter die Kulissen der Lederindustrie"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Bei vielen Menschen landen tierische Produkte nicht nur auf dem Teller, sie haben sich in zahlreiche Lebensbereiche des Alltags eingeschlichen. Wir schlafen im Federbett, tragen Kleidung aus Seide, verbringen die Abende auf der Ledercouch oder machen es uns mit einer Wolldecke gem\u00fctlich. Tierische Materialien sind so allgegenw\u00e4rtig, dass wir das Leid dahinter leicht vergessen. H\u00e4ufig glauben wir irrt\u00fcmlicherweise sogar, damit etwas besonders Gutes zu tun. Die Realit\u00e4t ist oftmals grausam und schmutzig \u2013 Leder ist hierf\u00fcr das beste Beispiel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Leid der Tiere in der Lederindustrie<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um Leder herzustellen, wird Haut ben\u00f6tigt. Sehr viel Haut. \u00dcber eine Milliarde Rinder, Ziegen, Schafe und viele andere Tiere werden jedes Jahr f\u00fcr die Lederindustrie get\u00f6tet. Rinder verbringen ihr Leben oftmals in dunklen, stinkenden St\u00e4llen oder zu Tausenden zusammengepfercht auf sogenannten Mastfarmen. Weltweit werden sie \u2013 h\u00e4ufig ohne Bet\u00e4ubung \u2013 kastriert, ihnen werden die H\u00f6rner ausgebrannt und die Schw\u00e4nze abgeschnitten.\u00a0Selbst in Indien, einem Land, in dem K\u00fche heilig sind, m\u00fcssen die Tiere f\u00fcr die Herstellung von Leder gro\u00dfe Qualen durchleben. Da das Schlachten von Rindern nur in wenigen indischen Bundesstaaten erlaubt, aber \u00e4u\u00dferst profitabel ist, werden oftmals kranke und verletzte Rinder auf Lastw\u00e4gen zusammengepfercht und durch das ganze Land gekarrt oder bis zum Zusammenbruch vorangetrieben. In den behelfsm\u00e4\u00dfigen Schlachth\u00e4usern angekommen, binden Arbeiter den wehrlosen Tieren alle vier Beine zusammen und schneiden ihnen ohne jegliche Bet\u00e4ubung ihre Kehle durch.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ressourcenverschwendung und Umweltzerst\u00f6rung<\/strong><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Herstellung von Leder verursacht nicht nur massives Tierleid, sondern ist zugleich einer der umweltfeindlichsten Industriezweige der Welt. Gro\u00dfe Teile des Amazonas-Regenwaldes, der artenreichste Tropenwald der Welt, wurden bereits f\u00fcr Futtermittel und den Bau riesiger Rinderfarmen zerst\u00f6rt. Ganze Landstriche werden tagt\u00e4glich mit dem Kot vieler Millionen Tiere \u00fcberd\u00fcngt, und die Methanausst\u00f6\u00dfe der Wiederk\u00e4uer f\u00fchren zu einem beschleunigten Anstieg der Erdtemperatur. Die Umweltauswirkungen der weltweiten Rinderzucht sind gravierend \u2013 und die Verarbeitung der H\u00e4ute ist hochgiftig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um die Verwesung der toten Tierhaut zu verhindern, werden in den Gerbereien zahlreiche Chemikalien wie Formaldehyd und Chrom eingesetzt, die hochgradig umweltsch\u00e4dlich sind, Allergien ausl\u00f6sen und das Krebsrisiko erh\u00f6hen k\u00f6nnen. Da die Arbeit in Entwicklungsl\u00e4ndern wie Indien, Bangladesch oder China billig ist und die Umweltstandards niedrig sind, haben Gerbereien ihre Produktion gr\u00f6\u00dftenteils dorthin verlegt. Die Betriebe leiten ihre hochgiftigen Abw\u00e4sser oftmals ungefiltert in Fl\u00fcsse, wodurch die Umwelt und das Grundwasser verseucht werden.<\/p>\n<div id=\"attachment_1870\" style=\"width: 686px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/blog.veggie-freivon.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Rindertransport-in-Bangladesh-c-PETA-D-Manfred-Karremann.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1870\" class=\"wp-image-1870 size-large\" src=\"http:\/\/blog.veggie-freivon.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Rindertransport-in-Bangladesh-c-PETA-D-Manfred-Karremann-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"676\" height=\"380\" srcset=\"https:\/\/blog.veggie-freivon.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Rindertransport-in-Bangladesh-c-PETA-D-Manfred-Karremann-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/blog.veggie-freivon.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Rindertransport-in-Bangladesh-c-PETA-D-Manfred-Karremann-300x169.jpg 300w, https:\/\/blog.veggie-freivon.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Rindertransport-in-Bangladesh-c-PETA-D-Manfred-Karremann-768x432.jpg 768w, https:\/\/blog.veggie-freivon.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Rindertransport-in-Bangladesh-c-PETA-D-Manfred-Karremann-945x532.jpg 945w, https:\/\/blog.veggie-freivon.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Rindertransport-in-Bangladesh-c-PETA-D-Manfred-Karremann-600x338.jpg 600w, https:\/\/blog.veggie-freivon.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Rindertransport-in-Bangladesh-c-PETA-D-Manfred-Karremann.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 676px) 100vw, 676px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1870\" class=\"wp-caption-text\">Lederproduktion in Bangladesh<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zwangsarbeit, Menschenhandel und Hungerl\u00f6hne<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Menschen, die in der Umgebung dieser Gerbereien leben, beziehen ihr Trinkwasser aus giftigen Fl\u00fcssen und leben im Schmutz und M\u00fcll der Lederfabriken. Kot, Hautreste und Haare verteilen sich, von einem bestialischen Gestank begleitet, im gesamten Umland. Arbeiter stehen in Billigproduktionsl\u00e4ndern knietief und ohne Schutzkleidung in chemischen Gerbbr\u00fchen und Farbt\u00f6pfen. Kinder- und Zwangsarbeit, Menschenhandel, Hungerl\u00f6hne und t\u00f6dliche Arbeitsunf\u00e4lle pr\u00e4gen den Alltag in der Lederindustrie. Millionen Menschen leben in toxisch verseuchten Gebieten und leiden an schweren Hautkrankheiten, Allergien, Tumoren, Lungensch\u00e4den und anderen Erkrankungen. All das, um ein St\u00fcck Leder herzustellen, das am Ende als vermeintliches \u201eNaturprodukt\u201c in Schuhgesch\u00e4ften, Model\u00e4den und Einrichtungsh\u00e4usern auf der ganzen Welt landet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Leder ist ein Produkt der Vergangenheit <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie kann ein Material, das so viel Leid verursacht, als nat\u00fcrlich und nachhaltig gelten? Die dahinterstehenden Industriezweige greifen tief in ihr Werbebudget, um ihren Kunden auch weiterhin den Blick zu verschleiern \u2013 denn mit Leder werden jedes Jahr etwa 80 Milliarden US-Dollar umgesetzt. Den blutigen Preis daf\u00fcr zahlen die Tiere. Dennoch gibt es immer mehr Menschen, die hinter die Fassade der Lederindustrie blicken und sich f\u00fcr tierfreundliche Bekleidung, Autositze und M\u00f6bel entscheiden. Auch bei Unternehmen zeigt sich ein zunehmendes Bewusstsein f\u00fcr das Leid und die Umweltzerst\u00f6rung durch die Lederproduktion: Im Sommer 2017 hat Tesla Sitzbez\u00fcge aus Leder bei seinen Modellen X und S komplett ausgelistet und M\u00f6bel H\u00f6ffner hat eine als vegan gekennzeichnete Polsterm\u00f6belkollektion auf den Markt gebracht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>So sieht das Leder der Zukunft aus<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0<\/strong>Ihr wollt wissen, welche Rolle die Haut von Tieren in der Zukunft spielen wird und ob Lederalternativen \u00fcberhaupt eine reale Chance auf dem Markt haben? Welche Materialien uns schon heute zur Verf\u00fcgung stehen? In dem Vortrag \u201eOhne Haut und Haar: Die Lederalternativen der Zukunft\u201c wird Johanna Fuo\u00df (PETA e.V.)\u00a0 auf der \u201e<a href=\"http:\/\/www.messe-stuttgart.de\/veggie?utm_source=veggie_blog&amp;utm_medium=blogpost&amp;utm_campaign=veggie_2017\">veggie &amp; frei von<\/a>\u201c am 25. November um 13.30 Uhr die Welt tierfreundlicher Lederimitate vorstellen. Dabei geht es nicht um das altbekannte Kunstleder, sondern um innovative Materialien auf der Basis von Biochemie, Pflanzen und Pilzen. Diese lederartigen Produkte kommen nicht nur ohne Tiere aus, sie sind menschenfreundlich, nachhaltig und damit zukunftsweisend.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dieser Beitrag ist ein Gastbeitrag der <a href=\"http:\/\/www.peta.de\/\">PETA e.V.<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei vielen Menschen landen tierische Produkte nicht nur auf dem Teller, sie haben sich in zahlreiche Lebensbereiche des Alltags eingeschlichen. 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